Lexikon

Navigation

13 Begriffe, verständlich erklärt.

Kurse: rwK, mwK, KdK

Der Weg vom Kompass zum rechtweisenden Kurs über Ablenkung und Missweisung.

Ein Kurs lässt sich auf drei Bezugsrichtungen angeben:

  • Kompasskurs (KdK) — was der Magnetkompass an Bord anzeigt.
  • missweisender Kurs (mwK) — bezogen auf magnetisch Nord, also KdK plus Ablenkung.
  • rechtweisender Kurs (rwK) — bezogen auf geografisch Nord, also mwK plus Missweisung.

Umrechnung

rwK = KdK + Ablenkung + Missweisung. Östliche Werte zählen positiv, westliche negativ. Vom rechtweisenden zurück zum Kompasskurs werden die Beträge wieder abgezogen.

Siehe auchMissweisung (Variation) · Ablenkung (Deviation) · Koppelnavigation & Besteck

Missweisung (Variation)

Winkel zwischen geografisch und magnetisch Nord — ortsabhängig und veränderlich.

Die Missweisung beschreibt, wie stark das Erdmagnetfeld am jeweiligen Ort von der geografischen Nordrichtung abweicht. Sie steht in der Seekarte (Kompassrose) mit Jahr und jährlicher Änderung und muss auf das aktuelle Jahr fortgeschrieben werden. Östliche Missweisung ist positiv, westliche negativ.

Siehe auchKurse: rwK, mwK, KdK · Ablenkung (Deviation)

Ablenkung (Deviation)

Der Eigenmagnetismus des Bootes lenkt den Kompass ab — abhängig vom anliegenden Kurs.

Motor, Beschläge und Elektronik verfälschen das Kompassbild. Diese Ablenkung ist für jedes Boot anders und ändert sich mit dem anliegenden Kurs. Sie wird in einer Deviationstabelle festgehalten und beim Umrechnen zwischen Kompass- und missweisendem Kurs berücksichtigt.

Siehe auchKurse: rwK, mwK, KdK · Missweisung (Variation)

Koppelnavigation & Besteck

Position fortschreiben aus Kurs, Fahrt und Zeit — und Versatz durch Strom und Wind.

Beim Koppeln (Besteckrechnung) wird die Position aus dem gesteuerten Kurs, der Fahrt durchs Wasser und der verstrichenen Zeit fortgeschrieben. Strom und Wind versetzen das Boot zusätzlich.

Stromdreieck

Im Stromdreieck werden Kurs/Fahrt durchs Wasser und der Stromvektor zeichnerisch addiert. Ergebnis ist der Kurs über Grund und die Fahrt über Grund — bzw. der nötige Vorhaltewinkel, um einen Sollkurs über Grund zu halten.

In der AppZu diesem Begriff gehört in der Keelwake-App eine Zeichnung.

Siehe auchKurse: rwK, mwK, KdK · Gezeiten & Tidenstrom

Peilung & Standortbestimmung

Aus Peilungen auf bekannte Objekte den Schiffsort bestimmen.

Eine Seitenpeilung gibt die Richtung zu einem Objekt an. Zwei gleichzeitige Peilungen auf verschiedene Objekte (Kreuzpeilung) schneiden sich im Schiffsort; ein dritter Peilstrahl dient zur Kontrolle. Wichtig ist, Kompasspeilungen wie Kurse auf rechtweisend umzurechnen.

Siehe auchKurse: rwK, mwK, KdK · Seekarte & Kartennull

Seekarte & Kartennull

Mercator-Projektion, Tiefenbezug und Maßstab.

Seekarten sind meist in Mercator-Projektion gezeichnet: Kurse erscheinen als gerade Linien gleichen Winkels. Die Breitenskala am Kartenrand dient als Maßstab — eine Bogenminute Breite entspricht einer Seemeile.

Kartennull

Tiefen beziehen sich auf das Seekartennull (i. d. R. der niedrigste Gezeitenwasserstand, LAT). Die tatsächliche Wassertiefe = Kartentiefe + aktuelle Gezeitenhöhe.

Siehe auchSeemeile & Knoten · Gezeiten & Tidenstrom

Laterale Betonnung (IALA A)

Rot an Backbord, Grün an Steuerbord — beim Einlaufen ins Fahrwasser.

Im IALA-System A (Europa) markieren laterale Tonnen die Seiten des Fahrwassers in Richtung „von See kommend“ (einlaufend):

  • Backbord: rote, stumpfe (zylindrische) Tonnen, ggf. rotes Feuer.
  • Steuerbord: grüne, spitze (kegelförmige) Tonnen, ggf. grünes Feuer.

Die Fahrtrichtung ist amtlich festgelegt; im Zweifel zeigt die Karte den Sinn der Betonnung.

Siehe auchKardinalzeichen · Feuerkennungen

Kardinalzeichen

Nord-, Ost-, Süd- und Westtonnen weisen auf die sichere Seite einer Gefahr.

Kardinalzeichen stehen relativ zu einer Gefahrenstelle: Die Nordtonne wird nördlich passiert, die Südtonne südlich usw. Erkennbar an den Toppzeichen (zwei Kegel) und der Feuerkennung mit schnellen weißen Funkeln:

  • Nord: Kegel beide nach oben, durchgehendes Funkeln.
  • Ost: Kegel Basis an Basis, 3 Funkel + Pause.
  • Süd: Kegel beide nach unten, 6 Funkel + langer Blitz.
  • West: Kegel Spitze an Spitze, 9 Funkel.

In der AppZu diesem Begriff gehört in der Keelwake-App eine Zeichnung.

Siehe auchLaterale Betonnung (IALA A) · Feuerkennungen

Feuerkennungen

Wie Leuchtfeuer über Rhythmus, Farbe und Periode identifiziert werden.

Ein Feuer wird über seine Kennung in der Karte identifiziert — Charakter, Farbe und Periode. Häufige Charaktere:

  • F — Festfeuer (gleichbleibend).
  • Fl (Blitz) — kurze Lichtblitze, mehr Dunkel als Licht.
  • Oc (unterbrochen) — mehr Licht als Dunkel.
  • Iso — Licht und Dunkel gleich lang.
  • Q (Funkelfeuer) — schnelles Funkeln.

Beispiel: „Fl(3) G 10s“ = drei grüne Blitze alle 10 Sekunden.

Siehe auchLaterale Betonnung (IALA A) · Kardinalzeichen

Gezeiten & Tidenstrom

Hoch- und Niedrigwasser, Tidenhub, Spring und Nipp.

An den meisten Küsten gibt es zweimal täglich Hoch- und Niedrigwasser (rund alle 6 h 12 min Wechsel). Der Tidenhub ist die Höhendifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

Spring & Nipp

Bei Voll- und Neumond addieren sich Sonne und Mond — Springtide mit großem Hub. Bei Halbmond wirken sie gegeneinander — Nipptide mit kleinem Hub. Der Tidenstrom (Flut-/Ebbstrom) muss in die Navigation eingerechnet werden.

Siehe auchKoppelnavigation & Besteck · Seekarte & Kartennull

Seemeile & Knoten

Die Maßeinheiten auf See.

Eine Seemeile (sm) entspricht einer Bogenminute des Meridians, etwa 1.852 m. Sie wird an der Breitenskala der Karte abgegriffen. Die Geschwindigkeit wird in Knoten (kn) gemessen: 1 kn = 1 sm pro Stunde.

Siehe auchSeekarte & Kartennull

Tragweite & Sichtweite

Warum ein Feuer trotz großer Nenntragweite erst spät über die Kimm kommt.

Die in der Seekarte angegebene Nenntragweite beschreibt, wie weit ein Feuer aufgrund seiner Lichtstärke bei normaler Sicht theoretisch reicht. Die geografische Sichtweite dagegen hängt von der Erdkrümmung ab — also von der Höhe des Feuers und der eigenen Augeshöhe.

Sichtbar wird ein Feuer, sobald die kleinere der beiden Reichweiten erreicht ist. Hohe Feuer kommen über die Kimm, auch wenn die Nenntragweite noch nicht ausgeschöpft ist — der Moment des Aufdämmerns lässt sich zur groben Abstandsbestimmung nutzen.

Siehe auchFeuerkennungen · Seekarte & Kartennull

Wegepunkt & Route

Routen aus Wegepunkten — sinnvoll gesetzt, nicht blind abgefahren.

Ein Wegepunkt (Waypoint) ist eine gespeicherte Koordinate; aneinandergereiht ergeben sie eine Route. Wegepunkte legt man auf sichere, freie Positionen — mit Abstand zu Untiefen und Tonnen, nicht direkt auf die Tonne. Der Plotter zeigt Kurs und Distanz zum nächsten Wegepunkt.

Eine Route ersetzt nicht die Sichtnavigation: Versatz durch Strom und Wind, Verkehr und Untiefen zwischen den Wegepunkten bleiben deine Verantwortung.

Siehe auchGPS & Kartenplotter · Koppelnavigation & Besteck · Seekarte & Kartennull

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