Lexikon

Sicherheit

6 Begriffe, verständlich erklärt.

Rettungsweste & Lifeline

Auftrieb tragen, sich am Boot sichern.

Automatik-Rettungswesten lösen bei Wasserkontakt aus und drehen den Bewusstlosen in Rückenlage; Feststoffwesten haben dauerhaften Auftrieb. Bei rauer See, nachts und allein an Deck gilt: Weste an, und mit Lifebelt/Lifeline am Strecktauwerk oder festen Punkt einpicken — am besten so, dass man gar nicht erst über Bord gerät. Wartung (Patrone, Auslöser) regelmäßig prüfen.

Siehe auchMann-über-Bord-Manöver · Vorbereitung auf Schwerwetter

Seenotsignale & Mayday

Wie man einen Notfall sichtbar und hörbar macht.

Zur Alarmierung dienen u. a.:

  • Funk: DSC-Notalarm auf UKW Kanal 70, danach Sprechfunk-Notruf „Mayday“ auf Kanal 16 mit Position und Art der Not.
  • Pyrotechnik: rote Fallschirm-Signalraketen, rote Handfackeln, orange Rauchsignale (tags).
  • weitere Zeichen: langsames Heben und Senken der ausgestreckten Arme, Schallsignale, Notflagge.

Pyrotechnik ist gefährlich und hat ein Verfallsdatum — Bestand und Haltbarkeit prüfen.

Siehe auchRettungsinsel · Schallsignale

Rettungsinsel

Das letzte Mittel — und nur, wenn das Boot wirklich sinkt.

Die Rettungsinsel wird erst verlassen, wenn das Boot sicher sinkt — die Faustregel lautet „in die Insel hinaufsteigen“, also das Boot so lange wie möglich als beste Plattform nutzen. Vor dem Einsteigen Notpaket (Grab-Bag), Wasser und Signalmittel mitnehmen. Die Insel braucht regelmäßigen Service; Auslöseleine am Boot festmachen, bevor man sie über Bord wirft.

Siehe auchSeenotsignale & Mayday · Rettungsweste & Lifeline

Feuer an Bord

Brände schnell ersticken — und die Quelle abstellen.

Feuer an Bord ist hochgefährlich: enge Räume, Diesel/Benzin und Gas. Grundsatz: Energiequelle abstellen (Gas, Sprit, Strom), löschen, Crew schützen. Feuerlöscher (Pulver/Schaum) an mehreren Stellen griffbereit; eine Löschdecke für Pfannenbrände in der Pantry.

Bei einem Motorraumbrand die Klappe möglichst geschlossen halten und durch die Löschöffnung löschen — frische Luft facht das Feuer an. Gasanlage regelmäßig prüfen, Flasche nach Gebrauch zudrehen.

Siehe auchRettungsinsel · Seenotsignale & Mayday

Unterkühlung (Hypothermie)

Erkennen und schonend erwärmen.

Kaltes Wasser entzieht dem Körper rasch Wärme. Erste Zeichen sind heftiges Zittern und klamme Bewegungen, später Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit und ein Nachlassen des Zitterns — das ist ein gefährliches Warnsignal. Nasse Kleidung raubt zusätzlich Wärme.

Maßnahmen: aus Wind und Nässe bringen, nasse gegen trockene Kleidung/Decken tauschen, langsam und schonend erwärmen, warme süße Getränke nur beim wachen, schluckfähigen Patienten — kein Alkohol, keine ruckartigen Bewegungen. Bei schwerer Unterkühlung Notruf absetzen.

Siehe auchRettungsweste & Lifeline · Mann-über-Bord-Manöver · Seekrankheit

Seekrankheit

Vorbeugen schlägt behandeln.

Seekrankheit entsteht durch widersprüchliche Sinnesreize zwischen Innenohr und Auge. Vorbeugung: rechtzeitig vor dem Ablegen Medikamente nehmen, an Deck den Horizont fixieren, frische Luft, mittschiffs aufhalten, nicht unter Deck lesen, ausreichend essen und trinken, müde Crew schonen.

Wer es erwischt: ans Steuer stellen — Beschäftigung und Horizont helfen —, warm halten, einpicken. Seekranke gehen leicht über Bord und werden teilnahmslos. Genug trinken gegen Austrocknung.

Siehe auchUnterkühlung (Hypothermie) · Vorbereitung auf Schwerwetter

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