Lexikon

Seemannschaft

13 Begriffe, verständlich erklärt.

Palstek

Die feste Schlaufe, die hält und sich leicht löst.

Der Palstek legt eine nicht zuziehende Schlaufe ins Tampenende — etwa zum Festmachen, für die Mooringleine oder um eine Festmacherleine über einen Poller zu legen. Er hält auch unter Last sicher und lässt sich danach leicht wieder öffnen. Eselsbrücke: Das Kaninchen kommt aus dem Bau, um den Baum herum und wieder in den Bau.

Siehe auchWebeleinstek · Belegen einer Klampe

Webeleinstek

Schnell belegt an Pfahl, Sprosse oder Reling.

Der Webeleinstek (Webleinstek) belegt eine Leine zügig an einem runden Objekt wie Pfahl oder Relingsstütze. Er ist schnell gemacht, sollte unter wechselnder Last aber gesichert werden, da er sich lösen kann.

Siehe auchPalstek · Belegen einer Klampe

Achtknoten

Stopperknoten gegen das Ausrauschen.

Der Achtknoten wird als Stopper in das Ende von Schoten und Fallen gelegt, damit die Leine nicht durch Klemme, Block oder Lippe ausrauscht. Er lässt sich auch nach Belastung wieder lösen — anders als ein einfacher Überhandknoten.

Siehe auchPalstek

Belegen einer Klampe

Rundtörn, Kreuzschläge, Kopfschlag.

Eine Leine wird auf der Klampe belegt mit: einem Rundtörn um den Fuß, mehreren kreuzweisen Achterschlägen und einem abschließenden Kopfschlag (gesteckter Schlag), der hält. Unter hoher Last erst einen Rundtörn um die Winsch/Poller legen, bevor man von Hand belegt.

Siehe auchPalstek · Webeleinstek

Wende & Halse

Bug durch den Wind vs. Heck durch den Wind.

Bei der Wende dreht der Bug durch den Wind: kontrolliert, da die Segel an Druck verlieren. Kommando „Ree!“, Fock erst spät losfieren. Bei der Halse dreht das Heck durch den Wind — der Großbaum schlägt mit Schwung auf die andere Seite. Die Halse erfordert dichtholen des Großsegels vor dem Überkommen und Vorsicht, besonders bei viel Wind.

Siehe auchSegelfahrzeuge zueinander (Regel 12) · Reffen

Reffen

Segelfläche rechtzeitig verkleinern.

Reffen verkleinert die Segelfläche bei zunehmendem Wind — über Bindereff (Reffkausch + Reffbändsel) oder Rollreff. Faustregel: Wer ans Reffen denkt, sollte es tun. Früh und an Deck noch entspannt gerifft fährt sicherer und oft sogar schneller als überfahren mit Krängung und Ruderdruck.

Siehe auchWende & Halse · Sturmbesegelung · Segeltrimm — Grundlagen

Mann-über-Bord-Manöver

Markieren, in Sicht behalten, sicher aufnehmen.

Sofort handeln:

  • laut „Mann über Bord“ rufen, Rettungsmittel/Boje werfen, MOB-Taste am Plotter drücken.
  • eine Person zeigt ununterbrochen auf den Verunglückten.
  • Manöver fahren (z. B. Q-Wende / Halsenmanöver), zurück zum Menschen.
  • von Lee annähern, Boot aufstoppen, Fahrt rausnehmen, neben dem Verunglückten zum Stehen kommen und aufnehmen.

Kalte und erschöpfte Personen brauchen Hilfe beim Anbordkommen — Bergemittel bereithalten.

Siehe auchRettungsweste & Lifeline · Beiliegen (Heave-to)

Ankern

Grund, Stecklänge und Ankerwache.

Guter Ankergrund ist Sand oder fester Schlick. Als Stecklänge (Kette) gelten grob das 4- bis 7-Fache der Wassertiefe (bei Leine mehr) — je nach Wind und Schwell. Nach dem Fallen Anker einfahren und prüfen, ob er hält (Landpeilung). Im Schwojkreis dürfen keine Hindernisse liegen; bei Wind eine Ankerwache halten.

Siehe auchAnkerlieger & Signalkörper

Segeltrimm — Grundlagen

Profil, Twist und Balance des Bootes.

Über Schot, Traveller, Cunningham, Niederholer und Achterstag wird die Profiltiefe und der Twist (Verwindung) der Segel eingestellt. Zu viel achterlicher Segeldruck macht das Boot luvgierig (drängt in den Wind), zu viel vorn leegierig. Ziel ist eine leichte Luvgierigkeit für Ruderbalance und gutes Höhelaufen.

Siehe auchReffen · Wende & Halse

Radeffekt (Propellerwalk)

Wie die Schraube das Heck versetzt.

Eine drehende Schraube schiebt das Heck seitlich — der Radeffekt. Eine rechtsdrehende Schraube zieht im Rückwärtsgang das Heck nach Backbord. Dieses Verhalten lässt sich beim An- und Ablegen gezielt nutzen, etwa um das Heck kontrolliert herumzubringen.

Siehe auchAnkern

Schotstek

Zwei verschieden dicke Leinen verbinden.

Der Schotstek verbindet zwei Leinen, auch ungleicher Stärke. Man legt eine Bucht in die dickere Leine, steckt die dünnere von unten durch, um beide Schenkel herum und unter sich selbst hindurch. Der doppelte Schotstek (zweiter Törn um die Bucht) hält besser bei stark unterschiedlichen Durchmessern oder steifem Tau.

Siehe auchPalstek · Webeleinstek · Achtknoten

An- und Ablegen

Mit Wind und Strom rechnen, nicht gegen sie ankämpfen.

Beim An- und Ablegen ist die stärkere Kraft aus Wind oder Strom maßgeblich — man manövriert möglichst gegen sie an, das gibt Kontrolle bei wenig Fahrt. Langsam fahren, früh die Leinen klar (Vor-, Achterleine, Springs), Fender ausbringen und die Crew briefen.

Springleinen sind der Schlüssel: An einer Vorspring lässt sich mit Maschinenschub das Heck eindrehen, an einer Achterspring der Bug — so legt man auch bei ungünstigem Wind kontrolliert an und ab.

Siehe auchRadeffekt (Propellerwalk) · Belegen einer Klampe · Ankern

Dieselmotor an Bord

Der Diesel als Helfer — Kontrolle, Kühlung, Entlüften.

Der Bootsdiesel ist robust, mag aber keine Luft und kein Wasser im Kraftstoffsystem. Vor dem Start prüfen: Öl- und Kühlwasserstand, Keilriemen, Seeventil offen. Nach dem Start: Kommt Kühlwasser mit dem Auspuff? Springt er nicht an oder stottert er, ist oft Luft im System — dann muss entlüftet werden.

Häufige Schwachpunkte: verstopfter Kraftstoff-/Wasserabscheider, defekter Impeller der Seewasserpumpe (Kühlung!), Schmutz im Diesel. Ersatzimpeller, Filter und Werkzeug gehören an Bord.

Siehe auchRadeffekt (Propellerwalk) · An- und Ablegen

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