Lexikon

Wetter

11 Begriffe, verständlich erklärt.

Beaufort-Skala

Windstärke von 0 (Stille) bis 12 (Orkan).

Die Beaufort-Skala ordnet die Windgeschwindigkeit Stufen mit Erscheinungsbild der See zu:

  • 0 Stille (< 1 kn)
  • 1–3 leiser bis schwacher Wind (1–10 kn)
  • 4 mäßige Brise (11–16 kn)
  • 5 frische Brise (17–21 kn)
  • 6 starker Wind (22–27 kn)
  • 7 steifer Wind (28–33 kn)
  • 8 stürmischer Wind (34–40 kn)
  • 9 Sturm (41–47 kn)
  • 10 schwerer Sturm (48–55 kn)
  • 11 orkanartiger Sturm (56–63 kn)
  • 12 Orkan (≥ 64 kn).

Siehe auchSeegang & Dünung · Vorbereitung auf Schwerwetter

Hoch- und Tiefdruckgebiete

Drehsinn und Windverlauf um die Druckgebilde.

Auf der Nordhalbkugel umströmt der Wind ein Tief gegen den Uhrzeigersinn und leicht nach innen, ein Hoch im Uhrzeigersinn und nach außen. Je enger die Isobaren (Linien gleichen Drucks), desto stärker der Wind.

Faustregel

Stellt man sich mit dem Rücken zum Wind, liegt das Tief (auf der Nordhalbkugel) etwa links voraus — hilfreich, um die Wetterlage abzuschätzen.

Siehe auchWarm-, Kalt- und Okklusionsfront · Luftdruck & Barometer

Warm-, Kalt- und Okklusionsfront

Wettererscheinungen beim Durchzug eines Tiefs.

  • Warmfront — aufgleitende warme Luft, zunehmend tiefe Bewölkung, langanhaltender Regen; danach mildere, oft diesige Luft.
  • Kaltfront — schnell nachrückende Kaltluft schiebt sich unter die Warmluft: Schauer, Böen, kräftige Winddrehung (rechtdrehend), danach Aufklaren und sichtklare Luft.
  • Okklusion — Kaltfront holt Warmfront ein; Mischform mit Niederschlag.

Siehe auchHoch- und Tiefdruckgebiete · Rechtdrehender & rückdrehender Wind

Land- und Seewind

Thermische Küstenwinde im Tagesgang.

Bei sonnigem, schwachem Großwetter heizt sich das Land tagsüber schneller auf als das Wasser: Luft steigt über Land auf, vom Meer strömt kühlere Luft nach — der auflandige Seewind (Nachmittag am stärksten). Nachts kehrt sich der Effekt um: Das Land kühlt schneller aus, es entsteht ablandiger Landwind.

Siehe auchHoch- und Tiefdruckgebiete

Seegang & Dünung

Windsee, Dünung und gefährliche Wellen.

Windsee entsteht durch den aktuell wehenden Wind; ihre Höhe hängt von Windstärke, Wirkdauer und Windbahn (Fetch) ab. Dünung ist die ausgelaufene, regelmäßige Welle eines entfernten oder vergangenen Windfeldes.

Wind gegen Strom

Läuft Strom gegen den Wind, wird die See kurz, steil und brechend — eine besonders unangenehme und gefährliche Situation, etwa in Tidengewässern oder vor Flussmündungen.

Siehe auchBeaufort-Skala · Brechende See & Querschlagen

Luftdruck & Barometer

Der Druckverlauf als Frühwarnung.

Der Luftdruck wird in Hektopascal (hPa) gemessen. Entscheidend ist die Tendenz: Ein rascher, kräftiger Druckfall kündigt ein anziehendes Sturmtief an — je schneller der Fall, desto stärker oft der nachfolgende Wind. Regelmäßiges Ablesen und Notieren macht die Entwicklung sichtbar.

Siehe auchHoch- und Tiefdruckgebiete · Seewetterbericht

Rechtdrehender & rückdrehender Wind

Veering und Backing — und was sie verraten.

Dreht der Wind im Uhrzeigersinn (z. B. Süd → West), spricht man von rechtdrehend (veering) — typisch nach Durchzug einer Kaltfront. Dreht er gegen den Uhrzeigersinn (backing), kündigt das auf der Nordhalbkugel oft eine Verschlechterung / ein heranziehendes Tief an.

Siehe auchWarm-, Kalt- und Okklusionsfront · Hoch- und Tiefdruckgebiete

Seewetterbericht

Quellen und Aufbau der Vorhersage.

Seewetterberichte gibt es u. a. vom DWD (Seewetterbericht, Seefunk), über NAVTEX und Apps/Internet. Aufbau meist: aktuelle Warnungen (Starkwind/Sturm), allgemeine Lage, Vorhersage für die Seegebiete und eine weitere Aussicht. Vor dem Ablegen und unterwegs regelmäßig prüfen.

Siehe auchLuftdruck & Barometer · Vorbereitung auf Schwerwetter

Nebel

Wolke am Boden — wie sie entsteht und warum sie gefährlich ist.

Nebel ist Wolke am Boden: Die Luft kühlt unter den Taupunkt ab. Advektionsnebel entsteht, wenn warme, feuchte Luft über kälteres Wasser zieht — typisch an Küsten und oft zäh. Strahlungsnebel bildet sich nachts über Land bei klarer, ruhiger Luft und treibt morgens aufs Wasser.

Gefahr ist der Sichtverlust: Geschwindigkeit raus, Position laufend mitführen, Nebelsignale geben, Radar und AIS nutzen, Ausguck verstärken — siehe Regel 19.

Siehe auchVerminderte Sicht (Regel 19) · Schallsignale · Luftdruck & Barometer

Gewitter & Böen

Böenwalze, Sturzregen, Blitz — und was man tut.

Gewitter entstehen in hochreichenden Quellwolken (Cumulonimbus). Anzeichen sind aufquellende Türme, eine dunkle Böenfront und rasch fallender Druck. Mit der Front kommen heftige, drehende Böen, Sturzregen und Sichtverlust oft schlagartig.

Vorbereitung: rechtzeitig reffen oder bergen, Crew anschnallen und Westen an, Luken dicht, Kurs und Position klar. Lose Gegenstände sichern. Nach dem Durchzug dreht der Wind meist und frischt böig auf.

Siehe auchReffen · Seewetterbericht · Vorbereitung auf Schwerwetter

Wolken als Wetterboten

Die Wolkenabfolge verrät eine herannahende Front.

Eine herannahende Warmfront kündigt sich durch eine typische Wolkenabfolge an: zuerst hohe, faserige Cirren, dann milchiger Cirrostratus (Halo um Sonne oder Mond), tiefer werdender Altostratus, schließlich aufkommender Dauerregen aus Nimbostratus.

Quellwolken (Cumulus) zeigen Labilität. Türmen sie sich zu Cumulonimbus auf, droht ein Gewitter.

Siehe auchWarm-, Kalt- und Okklusionsfront · Gewitter & Böen · Luftdruck & Barometer

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